Arbeitskreis
Paläontologie
Hannover

Fossilienausstellung

Fossilienausstellung des APH in der alten Kantine von Heidelberg Materials

In Zusammenarbeit mit Heidelberg Materials, outdoor Hannover und dem APH wurde im Zuge des 125 jährigen Jubiläums des Werkes (Oktober 2023) in den Vormonaten eine Fossilienausstellung initiiert, die rechtzeitig zum Jubiläum eröffnet werden konnte.
Heidelberg Materials hat die Kosten für 18 Glas-Vitrinen und den dazugehörigen Stand- und Wandtafeln übernommen, outdoor Hannover hat die Vitrinen aus einer aufgelösten Privatsammlung aus der Eifel hierher transportiert und wir als APH haben diese mit Fossilien aus Privatbesitz bestückt.
Der Focus der ausgestellten Funde wird dauerhaft die erweiterte Region Hannover sein.
Alleine das reine Stadtgebiet Hannovers bietet geologisch und paläontologisch gesehen Funde, die gerundet 250 Millionen Jahre umfassen. Im Osten Hannovers finden sich stratigraphische Schichten aus Kalkgesteinen (Mergel) der Oberkreide ( ca. 95-72 Mio Jahren). Noch heute bieten Werke wie Heidelberg Materials in Hannover Anderten/Misburg und Holcim in Sehne /Höver Exkursionsmöglichkeiten in den Campan-Schichten, die eine reichhaltige Fossilienführung beinhalten.
Schon bei Bauarbeiten zur EXPO2000 gab es im Süden Hannovers am Messegelände hervorragende Fundmöglichkeiten im Cenoman, der ältesten Oberkreide und seit 2018 hat der neue Stadtteil Kronsrode, angrenzend ans Messegelände, tausende Funde von Cenomanfossilien geboten.
In Richtung der Stadtmitte und gegen Norden Hannovers zeigen sich mächtige Schichten der Unterkreide im Hauterive, mit Anschnitten ins Barrème beispielsweise am Aegi in der Stadtmitte bei U-Bahnbauten.
Mittellandkanalerweiterungen in Hannover Misburg zeigten ähnliche Schichten wie in Vöhrum/Schwicheldt aus dem Apt/Alb der oberen Unterkreide, leider ohne die in aragonitischer Schalenerhaltung überlieferter Ammoniten. In diesen Schichten war das ehemalige Schalengehäuse lediglich noch als sehr empfindliches dünnes weißes Schalenhäutchen erhalten.
Beim U-Bahnbau in Bemerode als Unterführung der Brabeckstraße gab es etliche Meter an Tonschichten aus dem Alb, die absolut fossilleer waren.
Der Ausbau des Flughafens in den Jahren vor der EXPO 2000 bot bei Aushubarbeiten (bis 36m Tiefe im Ton) für die S-Bahn Hannover zum Messegelände im Süden Hannovers Funde großer heteromorpher Ammoniten aus dem mittleren bis höheren Hauterive, ebenso wie die alte Grube Engelbostel (s. Sonderband APH).
Bei U-Bahn-Arbeiten am Waterlooplatz in Hannover ergaben sich viele Funde aus dem Unteren Hauterive, die dankenswerterweise nur der intensiven Sammeltätigkeit von Kurt Wiedenroth ermöglicht wurden (s. APH 2021 Jubiläumsheft).
Viele Straßennamen früherer Tongruben zeugen heute noch von einer sehr regen Tätigkeit von Ziegeleien im Großraum Hannovers.
Die Tongrube Resse gehörte zur letzten Ziegelei (Langenhagen/Engelbostel), die noch weit in die 2000er Ton abgebaut hat. Kurzfristig waren 2021-2022 bei einer temporören Grubenerweiterung Funde möglich. Das Sammeln ist in Resse durch die Betriebsleitung verboten worden, ein weiterer erloschener Fundpunkt.
Keraba in Schicheldt bezieht die notwendige Tonmenge mittlerweile aus weit entfernten Orten (meines Wissens Tschechei).
Im Westen Hannovers fanden sich Gesteinsschichten aus dem Jura, Preussag Mühlenberg, Umgehungsstraße Empelde und U-Bahn Mühlenberg/Wettbergen.
Der Gehrdener Berg bietet Schichten aus dem Santon der Oberkreide, da sind durch gelegentliches Absuchen der felder noch Funde von Kleinfossilien möglich.
Der Benther Berg schließt die 250 Mio-Reise im Westen mit Landablagerungen des Buntsandsteins ab.

Wird fortgesetzt!

Bitte um Geduld!

Dies ist eine neue Rubrik unserer Website. Der Inhalt folgt in Kürze.